Über 130 Jahre Chamottewerke Mering Max Zettler GmbH - Entwicklungsgeschichte von 1876 bis heute

1873

Im Jahre 1873 wird durch den Münchner Kaufmann Franz Xaver Zettler nach einem Großbrand anstelle einer Textilfabrik eine Produktionsstätte für Klinker aufgebaut. Die Produktion beginnt im Frühjahr 1876.

1881

Nach dem Tode des Firmengründers im Jahre 1881 übernimmt sein Sohn Ludwig Zettler die Geschäftsführung. Das Werk wird unter seiner Leitung in kürzester Zeit zu einem der bedeutenden Hersteller von Trottoirsteinen in Bayern.
Parallel zur Klinkerproduktion beginnt man schon um 1885 mit der Herstellung von Schamottesteinen. Großabnehmer sind die MAN in Augsburg, die auch heute noch zum Kundenstamm zählt und Kraus-Maffei in München.

1911

Im Jahre 1911 übernehmen Ludwig Zettlers Söhne Max und Otto die Geschäftsführung. Unter ihrer Leitung gewinnt die Fertigung von Schamottesteinen an wachsender Bedeutung, die Klinkerfertigung wird 1922 aufgegeben. Während des Krieges 1939-45 wird das Unternehmen fast ausschließlich zur Produktion von Ausmauerungssteinen für den Dampflokomotivbau verpflichtet.

1956

1956 wird Heinz Zettler-Arzberger, ein Neffe von Max Zettler, Geschäftsführer der Chamottewerke. Ihm gelingt es, neue Märkte für das Werk zu erschließen: Die Exporte nach Österreich und insbesondere in die Schweiz nehmen deutlich zu. Die Aluminiumindustrie (VAW) wird zu einem der wichtigsten Abnehmer. Gleichzeitig vollzieht sich im Werk ein technologischer Wandel: der Maschinenpark, der größtenteils noch aus der Vorkriegszeit stammt, wird nach und nach erneuert. Das Handformverfahren, das bis Ende der fünfziger Jahre noch dominierend ist, wird auf ein notwendiges Minimum reduziert. 1964 geht dann die erste Presse mit automatischem Ein- und Ausschub in Betrieb.

1965

Ab 1965 erschließt sich ein neuer, über viele Jahre sehr bedeutungsvoller Markt : Die Porzellanindustrie investiert zu dieser Zeit weltweit in neue Brennöfen und so kann man heute in vielen Ländern Schamotteausmauerungen aus Mering in Porzellanbrennöfen vorfinden. Wegen des wachsenden Absatzes wird mit dem Bau eines neuen Tunnelofens begonnen, der 1974 mit vollautomatischer Regelung in Betrieb geht. Der Jahresausstoß steigt daraufhin beträchtlich, sicherlich auch begünstigt durch die Renaissance des Kachelofens.

1980

Die Errichtung einer neuen Produktionshalle für Trockenpreßfertigung ermöglicht es seit 1980, neben Hartschamottesteinen auch Hochtonerdeprodukte für höchste Ansprüche herzustellen. Eine weitere Produktionshalle mit einer vollautomatischen Fertigungsstraße für plastische Formgebung wird errichtet, außerdem eine neue Trocknungsanlage mit moderner Regeltechnik.

1993

Seit 1993 sind die Söhne von Heinz Zettler-Arzberger, Manfred und Bernhard als Geschäftsführer tätig. Ziel der neuen Geschäftsführung ist es, den Weg der Rationalisierungs- und Modernisierungsinvestitionen konsquent weiterzugehen.

2017

Dem Betrieb stehen heute Spezialpressen von 150 bis 800 to Preßkraft zur Verfügung. Durch einen eigenen Formenbau ist das Werk in der Lage kurzfristig Spezialsteine und Sonderformate auch in kleinen Stückzahlen herzustellen. Die Vielseitigkeit der heute vorhandenen Produktuionsverfahren und die sehr breit gefächerte Kundenstruktur scheinen eine gute Basis dafür zu sein, auch in Zukunft als mittelständisches Unternehmen in einem sehr stark umkämpften Markt bestehen zu können.